SÜDERLÜGUM

GRUNDSCHULE

 

Das deutsch-dänische Kunstprojekt ist beendet; in den Tondern-Hallen kamen über 630 Schülerinnen und Schüler zusammen und zeigten ihre über 1000 Bilder in einer digitalen Ausstellung.
Und die Tigerenten waren dabei!

So stand es am 9. Juni im "Nordschleswiger"

Eine ungewöhnliche Kunstausstellung wurde gestern in den Tondernhallen eröffnet, die jeden anderen Rahmen sprengen würde. Mehr als 630 Kinder und Erwachsene kamen, und die ausstellenden Künstler waren deutsche und dänische Schüler, die mehr als 1.000 Bilder – teils in Acryl, teils als Aquarell – im Rahmen des grenzüberschreitenden Kulturtreffens „Nolde i børnehøjde/Nolde auf Kinderhöhe“ gemalt haben. 30 Klassen (Jahrgang 4. und 5. Klasse in DK) von zwölf Schulen aus der Kommune Tondern und dem Kreis Nordfriesland nahmen teil.

Aufgrund ihres Umfangs wurde die Ausstellung als Bildershow digital präsentiert und ein bunter Kunstkatalog mit all ihren Bildern an die Kinder verteilt, die es sich mit einer Tüte Süßigkeiten und Obst gemütlich machten. Mit nach Hause nehmen durften sie ihre eigenen Werke, wo sie ihren Eltern ihr Ergebnis des Kunstprojekts zeigen konnten. Die Schüler haben sich intensiv mit Emil Nolde beschäftigt. Sie besuchten die Nolde Stiftung in Seebüll und schauten sich die Ausstellung an, um dann mit ihren eigenen Werken anzufangen, die sie im Museum und später in ihren Schulen malten.

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, und die stellvertretende Leiterin des Nolde Museums, Dr. Astrid Becker, zeigte sich begeistert. Leider seien es so viele Bilder, dass die Nolde Stiftung keinen Platz für eine eventuelle Ausstellung habe. Viele Kinder hätten die Farbenpracht Noldes erkannt, den man einen Farbstürmer nannte. Es hätte Nolde, der nach dem Krieg die dänische Staatsbürgerschaft angenommen hatte, sicherlich gefreut, all die deutschen und dänischen Kinder hier zu sehen, meinte Becker und sagte zu den jungen Künstlern, dass sie sich als solche feiern und bewundern lassen dürften.

Es sei ein untraditionelles Projekt und eine Begegnung von Kindern unterschiedlicher Kultur. Dies könne abschrecken, könne aber auch spannend und herausfordernd sein. Damit seien die Kinder ein gutes Beispiel für die Erwachsenen. „Kunst kann vereinen und funktioniert immer. Ihr habt etwas Bleibendes geschaffen, und darauf könnt ihr stolz sein“, meinte Vizebürgermeister Bent Paulsen (DF), der auch den engagierten Lehrern dankte. Der neunjährige Dominik von der Grundschule Süderlügum konnte nicht uneingeschränkt sagen, dass ihm das Projekt Spaß bereitet hat. Er habe aber neue (deutsche) Freunde gewonnen, erzählte der Drittklässler begeistert.

Das Projekt wurde begleitet von der Künstlerin Helle Binding aus Tondern und Kunstlehrerin Mechthild Gransow vom Nolde Museum. Die Idee zum Kunstprojekt, das über Interregmittel aus dem Topf Kurskultur gefördert wurde, hatte die Schulkonsulentin der Kommune Tondern, Lene Nørgaard Hansen. Mit dem Projekt könne ein Beitrag zum 150. Jahrestag seit der Geburt des weltberühmten Künstlers geleistet werden. Ihr hatten es besonders die Acrylbilder angetan.