SÜDERLÜGUM

GRUNDSCHULE

Konzept zur Inklusion der 


Grundschule Süderlügum

Kooperationskonzept

Grundschule Süderlügum – regionale Förderzentren


Inklusion

 

Die Idee der inklusiven Pädagogik

Die Idee der Inklusion geht aus von der Verschiedenheit der Menschen, die gemeinsam in einer Gesellschaft leben. Wir unterscheiden uns in Bezug auf die Hautfarbe, die Persönlichkeit, die Begabung, die körperliche Entwicklung, die kulturelle Herkunft und vieles mehr. Die Verschiedenheit der Individuen fördert die kreativen Impulse, die Toleranz und das soziale Gefüge in der Gesellschaft, wenn die Menschen mit Wertschätzung und Anerkennung in einer Gruppe leben.

 

Inklusion bedeutet, wir schließen alle ein, alle sind willkommen. Das Leitprinzip der Inklusion besagt, dass Schulen alle Kinder, unabhängig von ihren physischen, intellektuellen, sozialen, emotionalen, sprachlichen oderanderen Fähigkeiten, aufnehmen sollen. Das soll beeinträchtigte und begabte Kindereinschließen, Kinder von anderen Völkern, von sprachlichen, kulturellen oder ethnischen Minoritäten sowie Kinder von andersbenachteiligten Randgruppen oder -gebieten.

 

Jedem Kind wird ein großer Rahmen geschaffen, in dem es sich entwickeln und indem es wachsen kann. Die Verschiedenheit der Kinder führt zu einemkreativen und effektiven Lernprozess. Inklusive Schulentwicklung beinhaltet die Steigerung von Leistungen mit der Entwicklung kooperativer Beziehungen und der Verbesserung des Lern- und Lehrumfeldes zu verbinden (Hinz, Boban 2003).

 

Die deutsche Bundesregierung hat im Dezember 2008 die UN-Menschenrechtskon-vention verabschiedet, nach der grundsätzlich für alle Menschen die gleichen Möglichkeiten zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gegeben sein müssen. Mit der Ratifizierung der UN-Konvention hat sich die Bundesrepublik Deutschlandverpflichtet, die Forderungen der Konvention schrittweise und kontinuierlich umzusetzen.

 

Die Erkenntnisse der Entwicklungsneurobiologie der letzten Jahre machen in vielen Studien deutlich, dass alle Kinder in einer heterogen zusammengesetzten Gruppe mehr lernen.„Während der Phase der Hirnentwicklung wird ein Überschuss an Nervenzellen und ein Überangebot an Nervenzellfortsätzen und Nervenzell-verknüpfungen im kindlichen Gehirn bereitgestellt. Erhalten bleibt von diesem Überangebot nur das, was später im Leben auch wirklich genutzt und gebraucht wird. Der Restverkümmert wieder.

 

Da das menschliche Gehirn nicht zum Auswendiglernen von Wissensinhalten, sondern für das Lösen von Problemen optimiert ist, brauchen Kinder möglichst viele und möglichst verschiedenartige Herausforderungen und Aufgaben, an denen sie wachsen, eigene Erfahrungen sammeln und in Form komplexer Verschaltungsmuster in ihrem Gehirn verankern können. Und weil Menschen auch schon als Kinder unsere wichtigsten Erfahrungen in der Beziehung mit anderen Menschen machen, wäre es „hirntechnisch“ günstig, wenn Kindern Gelegenheit geboten wird, mit anderen Menschen in Beziehung zu treten, die anders sind als sie selbst, die älter oderjünger sind, die unterschiedliche Begabungen besitzen, manches besser, anderes schlechter können als sie selbst.

Wer Kinder nach bestimmten Gesichtspunkten aussortiert und voneinander trennt, hindert sie also zwangsläufig daran, voneinander zu lernen und miteinander die Welt zu gestalten.“ (Gerald Hüther 2007)

 

 Die Erfahrungen anderer Länder, in denen Integration und Inklusion schon langepraktiziert und gelebt werden, zeigen, dass sowohl das allgemeine Leistungsniveauder Schulen als auch die individuellen Fähigkeiten der leistungsstärkeren Schüler und Schülerinnen steigen, wenn sie gemeinsam mit Kindern leben und lernen, die weniger kognitives Potenzial mitbringen.




Grundlagen der Kooperation

 

Vorgaben zur Zusammenarbeit zwischen Grundschulen, Förderzentren und Kindertagesstätten

Zur Förderung der Entwicklung aller Schülerinnen und Schüler arbeiten die Förderzentren eng mit den Grundschulen zusammen. Förderzentren können präventiv tätig werden, wenn bei einer Schülerin oder einem Schüler kein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt ist, aber ohne besondere Förderung vermutlich eintreten wird, oder bei einem Kind vor der Einschulung sonderpädagogischer Förderbedarf in einem der Förderschwerpunkte Sprache, Hören oder Sehen durch eine Lehrkraft des zuständigen Förderzentrums vermutet wird und sich dieser Bedarf ohne besondere Maßnahmen bis zur Einschulung wesentlich erhöhen würde (Landesverordnung über sonderpädagogische Förderung, § 1, Abs. 1 u. 2).

 

Schul- und Unterrichtsgestaltung sollen sich an den Lernvoraussetzungen und Lernprozessender Schülerinnen und Schüler orientieren und sie in ihrer individuellen Entwicklung fördern.

Soweit erforderlich werden die Lehrkräfte der Grundschulen dabei durch die Förderzentren beraten und insbesondere in der Eingangsphase im Rahmen von präventiven Maßnahmen unterstützt (GrVO, § 5).

Die Grundschule soll mit Kindertagesstätten ihres Einzugsbereiches Vereinbarungen über das Verfahren und die Inhalte der Zusammenarbeit schließen ... (SchulG, § 41, Abs. 3).

 

 

 

Vorgaben zur Unterrichtsgestaltung

Die Grundschule vermittelt Schülerinnen und Schülern Grundlagen der Bildung und des Lernens. Dabei ist die unterschiedliche Lernentwicklung der Kinder Grundlage für eine individuelle Förderung (SchulG, § 41, Abs. 1).

 

Der Unterricht in der Eingangsphase ist überwiegend als ganzheitlicher Unterricht angelegt. Er öffnet sich thematisch, didaktisch und methodisch der Lebens- und Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler. Handlungs- und projektorientierte Lernformen haben Vorrang. Wird mit sogenannten Lehrgängen gearbeitet, müssen diese gewährleisten, dass die verwendeten Unterrichtsmaterialien den unterschiedlichen Entwicklungsstand sowie die unterschiedlichen Lernwege, Lernstrategien und Lernzeiten der Schülerinnen und Schüler berücksichtigen (Vgl. Lehrplan Grundschule, 1.3.1 Eingangsphase, S. 11).

 

 

 

Vorgaben zur Leistungsbewertung

Zu jedem Zeugnistermin beurteilt die Klassenkonferenz die Lernentwicklung und den Leistungsstand einer Schülerin oder eines Schülers. Sie erfasst in ihrem Urteil die Sach-, Methoden-, Sozial-, und Selbstkompetenz der Schülerin oder des Schülers (GrVO, § 6, Abs. 1).

 

 

Allgemeines zur Zusammenarbeit der Grundschulen und Förderzentren

Die Förderzentren haben den Auftrag, präventive Arbeit zu leisten. Präventive Arbeitsfelder zeigen sich besonders im vorschulischen Bereich, im Rahmen der Eingangsphase der Grundschule, in der Orientierungsstufe der Regelschulen und im Übergang von der Schule ins Berufsleben.

Somit besteht für die Förderzentren unter anderem der Auftrag, die präventive Arbeit der Grundschulen im Rahmen der Eingangsphase zu unterstützen.

 

In diesem Zusammenhang stellen sich folgende Fragen:

– Was bedeutet präventive Arbeit aus sonderpädagogischer Sicht?

– Wie kann die Unterstützung der Grundschulen durch die Förderzentren bei

   der präventiven Arbeit

– bezogen auf die Zusammenarbeit der Schulen untereinander,

– bezogen auf die Zusammenarbeit der Kollegen und Kolleginnen im

   Unterrichtaussehen?

 

Die Unterstützungsinstrumente zur Prävention sind gegenwärtig in der Phase der Entwicklung. Sie bauen in der Regel auf bewährten Verfahren und Strukturen der bisherigen Arbeit im präventiven und integrativen Bereich auf und akzentuieren diese – unter dem Blickwinkel der zur Verfügung stehenden Ressourcen – neu.

 

 

 

Was bedeutet präventive Arbeit aus sonderpädagogischer Sicht?

Das gemeinsame Leben und Lernen im Sinne eines umfassenden Systems für alle Kinder folgt der Idee einer „Pädagogik der Vielfalt“ als inklusiver Ansatz.

 

Im Vordergrund der Arbeit stehen die „gemeinsame Zuständigkeit für alle Mitglieder einer Lerngruppe und die gemeinsame Reflexion der Gesamtsituation anstelle einer „Aufsplitterung von Zuständigkeiten für die ´einen` und die ´anderen` Kinder.

Die individuelle Förderung aller Kinder wird zur gemeinsamen Aufgabe von Grundschul- und Sonderschullehrkräften. Prävention soll vorbeugend wirksam werden, um sonderpädagogischen Förderbedarf bei den Kindern zu vermeiden. Prävention bedeutet Unterstützung und Hilfe der Grundschule bei der Planung, Durchführung und Reflexion der individuellen Förderung aller Kinder ohne, dass ein sonderpädagogischer Förderbedarf formal für ein Kind festgestellt werden muss.

 

Damit ist ein Umdenken hinsichtlich der Förderung verbunden.

In der Konsequenz bedeutet dies,

– Präventionsangebote breit zu fächern,

– angemessene strukturelle Bedingungen bereitzustellen,

– multiprofessionelle Teamarbeit zu fördern,

– lernprozessbegleitende Diagnostik so anzulegen, dass alle Kinder – sowohl

   langsamer als auch schneller lernende - eine optimale individuelle

   Förderung erhalten,

– frühe individuelle und vernetzte Förderung,

– niedrigschwellige Interventionen innerhalb der angestammten Lerngruppe   und

– temporäre zusätzliche Unterstützung im Unterricht.

 

 

Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen stellen hierzu ergänzende Kompetenzen zur Unterstützung der Regelschullehrkräfte bereit, um den Erfordernissen der Schülerinnen und Schüler gerecht werden zu können. Diese Kompetenzen der sonderpädagogisch tätigen Lehrerinnen und Lehrer lassen sich wie folgt benennen:

– förderdiagnostische Kompetenzen,fachwissenschaftliche Spezialkenntnisse zu den einzelnen                  sonder-pädagogischen Förderschwerpunkten und Querschnittsaufgaben,

– Beratungskompetenz,

– Kompetenz zur Koordinierung ( z. B. zwischen beteiligten Institutionen und

    zur Entwicklung von Fördernetzwerken, insbesondere beim Übergang von

    einer Institution in eine folgende) und

– Kompetenzen zur Unterstützung von Kindern mit besonderen Bedarfen.

 

(Vgl. Hinz, Andreas: Von der Integration zur Inklusion- terminologisches Spiel der konzeptionellen Weiterentwicklung; Zeitschrift für Heilpädagogik 9 / 53, 2002)

 

 

 

 

Vorbereitung

 

Was bedeutet das für die praktische Arbeit?

Prävention findet in Kooperation zwischen Lehrkräften der Grundschulen und der Förderzentren sowie ggf. weiteren Personen statt. Dies bedeutet, dass zum Beginn vielfältige Aspekte der Zusammenarbeit in verbindlichen Absprachen geklärt werden müssen.

 

Die gemeinsame Klärung folgender Fragen unterstützt die Entwicklung eines tragfähigen Präventionskonzeptes:

– Welche organisatorischen Rahmenbedingungen sind notwendig?

– Wie werden die Präventionsstunden verwendet?

– Wie wird die schulübergreifende Zusammenarbeit gestaltet?

– Wie wird die Zusammenarbeit zwischen den Lehrkräften gestaltet?

– Wie werden Lernstandserhebungen und Förderplanungen organisiert?

– Wie wird die Zusammenarbeit mit der Kita, der Jugendhilfe gestaltet?

 

Aus der Klärung dieser Fragen ergeben sich die Eckpunkte für das jeweilige Präventionskonzept vor Ort, auf dessen Grundlage die Lehrkräfte die gemeinsame Arbeit planen, umsetzen und reflektieren.

 

 

Verwendung der Präventionsstunden:

An zentraler Stelle steht für die Kolleginnen und Kollegen vor Ort die Frage, wie die vom Förderzentrum zur Verfügung gestellten „Präventionsstunden“ eingesetzt werden.

Die Gestaltung der Zusammenarbeit und Verwendung der Präventionsstunden ist gemeinsam zu entwickeln. Je nach Anzahl der zur Verfügung stehenden Stunden und den von Schule zu Schule variierenden Ausgangsbedingungen ergeben sich unterschiedliche Möglichkeiten der Verwendung.

Arbeitsschritte für eine erfolgreiche Zusammenarbeit

Die Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen den Schulen baut auf den bestehenden Kontakten und Erfahrungen auf. Im Prozess sollten folgende 5 Schritte berücksichtigt sein:

 

 1. Kontaktaufnahme und Informationsaustausch

Es sollte ein möglichst frühzeitiger Informationsaustausch über mögliche Perspektiven und Rahmenbedingungen der präventiven Arbeit in der Eingangsphase zwischen den Schulleitungen geben.

 

 2. Eigenen Standpunkt klären – Erwartungen benennen

Im Kollegium des Förderzentrums sollte geklärt werden, welche Formen der Unterstützung im Kontext des gesamten Aufgabenspektrums sinnvoll und realistisch erscheinen. Die Ergebnisse sollten dokumentiert werden.

 

Dabei kann es unter anderem um folgende Fragen gehen:

– Welche Aufgaben sind im Hinblick auf die präventive Unterstützung in den  Eingangsphasen der             verschiedenen zum Einzugsbereich gehören den Grundschulen zu bewältigen?

- Welche Formen der Unterstützungen werden vermutlich von den Grundschulen gewünscht?

– Was können wir anbieten?

 

Inhaltliche Aspekte können der Tabelle „Anregungen zur präventiven Arbeit in der Schule“ im Materialteil entnommen werden.

 

 

3. Erwartungen abgleichen – Verabredungen treffen

Wünsche und Erwartungen aus dem vorherigen Schritt werden zwischen den Grundschulen und dem Förderzentrum abgeglichen, um tragfähige Vereinbarungen zu treffen und zu erproben.

 

 4. Verabredungen erproben, überprüfen und weiterentwickeln

Verabredungen sollen nun umgesetzt und erprobt werden. Die Wirksamkeit und Tragfähigkeit der getroffenen Verabredung sollten regelmäßig zwischen den Beteiligten diskutiert werden, um ggf. Veränderungen vorzunehmen. Die Fortschreibung dient der Klarheit und beugt Reibungsverlusten vor.

 

5. Zusammenarbeit festlegen – Kooperationsvereinbarung abschließen

Die Erfahrungen aus diesem Entwicklungsprozess fließen in eine Kooperationsvereinbarung zur präventiven Unterstützung (als Teil der Schulprogramme) zwischen den Schulen ein. Die wichtigen Eckpunkte der Zusammenarbeit sowie die jeweiligen Ansprüche sind hierin festgelegt.

 

 

 

Durchführung

 

 Multiprofessionalität

Wenn Kinder mit vielfältigen Besonderheiten in einer Lerngruppe zusammenlernen, so ist das Zusammenwirken in multiprofessionellen Teams notwendig. In diesen Teams entsteht ein Wissenstransfer zwischen den verschiedenen Berufsgruppen. Vielfältige Formen von Kooperation und gegenseitiger Verantwortlichkeit werden entwickelt. Ein multiprofessionelles Kollegium, Schülerinnen, Schüler und Eltern bilden eine aktive Schulgemeinde.

 

Das Kollegium der Schule setzt sich aus verschiedenen Mitarbeitenden zusammen.

 

Pädagogisches Team: Lehrkräfte für Grund- und Förderschule mit erstem und zweiten Staatsexamen, Erzieher/innen, Heilpädagogen/innen, Sozialpädagogen /innen

 

Unterstützende Assistenzkräfte: Praktikanten/innen der Universitäten, junge Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr, Heilerziehungspfleger/innen in der Ausbildung

 

Durch die Heterogenität der Schülerschaft ist eine enge Zusammenarbeit mit weiteren Fachleuten notwendig, z. B. Ergo- und Physiotherapeuten/innen, Logopäden/innen, Psychologen/innen der Kommunalen Sozialen Dienste.

 

 

Unterrichtsorganisation

Ziel unserer Arbeit ist es, die Kinder zu fachlicher und sozialer Kompetenz zuführen. Dadurch können sie selbstständig und verantwortungsvoll mit sich, ihren Mitmenschen und ihrer Umwelt umgehen. Die Bedürfnisse der Kinder werden ernst genommen. Diese Sicht auf jedes einzelne Kind, erfordert eine besondere Lernorganisation, Lehrerrolle und einen besonderen Schulalltag. Die Raumaufteilung des für den Schulzweig vorgesehenen Gebäudes unterstreicht den Anspruch an eine veränderte Lernorganisation.

 

Die Rolle des Lehrers/der Lehrerin verändert sich zu der eines Moderators undExperten für das Lernen und dessen Methoden. Er/Sie ist nicht mehr der oder die Belehrende, sondern Lernpartner und -begleiter. Insofern wird im Unterrichts-geschehen ein Paradigmenwechsel vollzogen.

 

Die Zusammensetzung der heterogenen Lerngruppen berücksichtigt die vielfältigen Besonderheiten aller Kinder und betont das Miteinander und das voneinander Lernen. In den Klassen lernen Kinder mit unterschiedlichem sonderpädagogischen Förderbedarf integrativ. Das langfristige Ziel der Schule ist eine Auflösung der noch notwendigen Etikettierungen. Ein multiprofessionelles Team aus Grundschul-lehrkräften und Förderschullehrkräften leitet die heterogeneLerngruppe, die zusätzlich und nach Bedarf durch SchulbegleiterInnen und AssistenzlehrerInnen unterstützt wird.

 

Die enge Zusammenarbeit mit Schulpsychologen, Sozialpädagogen, Sozialarbeitern, mit Schulärzten, Ergo- und Physiotherapeuten ist eine logische Folge, wenn allen Schülerinnen und Schülern in ihren individuellen Bedürfnissen Rechnung getragen werden soll.

 

 

Kreativität

Der musisch-künstlerischen Arbeit wird an der Grundschule Süderlügum ein hoher Stellenwert eingeräumt. Die bildende Kunst, das Theater und die Musik ermöglichen den Kindern einen Zugang zum Leben und Erleben jenseits der aktuellen  Wissensvermittlung. Die Ansprache der Schülerinnen und Schüler über das gesprochene undgeschriebene Wort hinaus öffnet alle Sinneskanäle und erleichtert das Lernen.

 

Musik und Bewegung, Singen und Malen, Improvisation, Rollenspiele und Tanz sind Bestandteile des Unterrichts und werden fachübergreifendeingebunden. Die Kinder werden durch die Kunst ganzheitlich angesprochen. Musik und Rhythmik schulen die Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit, die Sensomotorik, die Koordination von Sprache, Hand und Fuß und nicht zuletzt das Gemeinschaftsgefühl, das beim gemeinsamen Musizieren, Tanzen und Theater spielen erlebt wird. Im inklusiven Unterricht bilden musische Themen eine Grundlage der Gemeinschaft. Hier verändern sich die Leistungsmöglichkeiten eines jeden Kindes, Rollenzuweisungen werden durchbrochen. Durch musische Inhalte erfahren die Kinder einen verlässlichen zeitlichen Rahmen des Schulalltags.

 

Das Malen und die Musik können zu Entspannungsphasen beitragen. Am Nachmittag haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihren individuellen künstlerischen und musikalischen Interessen in Kursen nachzugehen.

 

Präsentationen und kleine Ausstellungen haben innerhalb des Schullebens einen hohen Stellenwert. Das Schulgebäude bietet genügend Raum für kreative Gestaltungsmöglichkeiten.

 

Das darstellende Spiel in der Offenen Ganztagsschule ist eine große Möglichkeit, die

Entwicklung und Lernfähigkeit der Kinder zu fördern. Szenische Übungen unterstützen durch ihren ganzheitlichen undhandlungsorientierten Ansatz den Spracherwerb und die Sprachentwicklung des Kindes.

 

Durch den Einsatz kreativer szenischer Methoden werden sehr gezielt Situationen geschaffen, in denen die Kinder durch die Verbindung von Körper und Kopf lustvoll menschliche Begegnungen trainieren. Die dabei erlangte Sicherheit stärkt ihr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl und motiviert sie, sich den sprachlichen Anforderungen weiter zu öffnen. Die Strukturierung gemeinsamer Handlungs-situationen und ihre sprachliche Erarbeitung, stärkendie soziale Kompetenz und führen zu einem guten Miteinander in heterogenen Gruppen.

 

 

Bewegung

Wichtiger Bestandteil im Schulalltag der Grundschule Süderlügum sind regelmäßige

Bewegungsangebote für die Kinder. Neben dem Schulsport wird Psychomotorik als Bewegungsförderung angeboten, außerdem finden Kurse mit motorischen (sportlichen) Schwerpunkten statt. Das Außengelände bietet zusätzlich Raum für vielfältige Aktivitäten.

 

Bewegung ist eine Grundvoraussetzung für das Lernen, Motorik kann nichtisoliert gesehen werden, sondern in der Funktionseinheit von Bewegen, Erleben, Denken, Fühlen und Handeln. Um Handlungskompetenz und Handlungsfähigkeit zu erreichen sind vielfältige Erfahrungen im Bereich der Körperwahrnehmung, der Materialerfahrung und der Sozialerfahrung wichtig. Diese Erfahrungsbereiche ermöglichen eine Förderung für jedes Kind undstärken damit die Persönlichkeit der einzelnen Kinder. Die vielseitigen Angebote der Offenen Ganztagsschule unterstützen dies.

 

 

Jahrgangsübergreifendes Lernen

Schülerinnen und Schüler in altersgemischten Gruppen lernen zu lassen, ist Prinzip der Eingangsphase an der Grundschule Süderlügum. Die Kinder einer Lerngruppe arbeiten zusammen, indem offene Unterrichtsformen mit innerer Differenzierung praktiziert werden. So können alle Schülerinnen und Schüler in ihrem eigenen Tempo und ihren Möglichkeiten entsprechend lernen. Jüngere können von Älteren profitieren und umgekehrt.

 

Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, Lernprozesse selbst zu

initiieren und zu strukturieren. Das soziale Gefüge der jahrgangsübergreifenden Lerngruppen ist flexibel. Es gibt einen festen Klassenverband mit einem festen Mitarbeiterteam. Jedes Jahrkommen jüngere Kinder in die Lerngruppe hinzu und Ältere verlassen sie. Festgefahrene Rollen im Gefüge einer Lerngruppe werden so immer wiederaufgeweicht. Alle Kinder haben stets Chancen, neue Beziehungen einzugehen und bestehende zu pflegen.

 

Die Schulanfänger in einer Lerngruppe können sich an den älteren Schülerinnen und Schülern orientieren. Indem die älteren Kinder durch ihr Verhalten Rituale, Regeln und schon bestehende Absprachen der Lerngruppe vorleben, wachsen die Jüngeren ganz natürlich in die Gruppe hinein.

 

Die Kinder entwickeln soziale Kompetenzen in einer Umgebung, in der Verschiedenheit das Normale ist. Akzeptanz des Andersartigen, Toleranz der verschiedenen Möglichkeiten des Verhaltens und Wertschätzung des Besonderen führen zu einer Ausbildung von sozialem Engagement im Einklang mit den eigenen Bedürfnissen. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein, wie sie von der Gesellschaft dringend benötigt werden.

  


Fordern und Fördern

Die Grundschule Süderlügum fördert und fordert ihre Schüler. Dies geschieht sowohl im Klassenverband durch entsprechende Aufgaben und Materialien und die Unterstützung durch eine weitere Lehrkraft als auch in variablen Kleingruppen oder in Einzelbetreuung der Kinder. Unsere Aufgaben werden an das Leistungsvermögen jedes einzelnen Kindes angepasst, so dass es entsprechend seiner Begabung optimal gefördert werden kann.

 

Bereits vor Schuleintritt finden die Schuleingangsuntersuchung des Gesundheits-amtes und im Rahmen der Schulanmeldung eine spielerisch angelegte Diagnostik, die auch eine Sprachstandserfassung beinhaltet, statt. Mit den Ergebnissen dieser Untersuchungen können wir Fordern und Fördern von Anfang an planen, organisieren und durchführen.

 

Das Förderzentrum Südtondern wirkt hierbei unterstützend mit und stellt unserer Schule Lehrkräfte zur Verfügung, die Integrationskinder und Kinder mit besonderen Begabungen betreuen und Präventions- und Integrationsarbeit leisten. Seit dem Schuljahr 2015/16 findet diese Förderung überwiegend binnendifferenziert, also unterrichtsbegleitend, statt. Einmal wöchentlich wird ein Kurs für individuelle Förderung nach Absprache mit Erziehungsberechtigten, Lehrkräften und bei Bedarf auch Heilpädagogen durchgeführt.

 

Lese-Rechtschreib-Prävention findet schon in der Eingangsphase statt, indem durch Diagnoseverfahren Anfangsschwierigkeiten beim Lesen und Schreiben ermittelt, individuelle Übungen angeboten und eine Teilnahme am Präventionskurs ermöglicht werden. Hierzu gehören auch Trainingsangebote zur Graphomotorik und phonologischen Bewusstheit.

 

Lese-Rechtschreib-Förderung findet neben den individuellen Förderangeboten des differenzierten Deutschunterrichts für lese-rechtschreibschwache Kinder aus den dritten und vierten Klassen jeweils einmal in der Woche statt und ist Teil der Lernplanarbeit.

 

Es wird je nach Bedarf Deutsch als Zweitsprache unterrichtet. SchülerInnen mit Sprachschwierigkeiten („Sprint“- Kinder) werden individuell im Rahmen ihrer Bedürfnisse und möglichst integrativ gefördert.

 

Eine Rechenschwäche-Förderung wird wöchentlich für Schüler/innen der 3. und 4. Jahrgangsstufe angeboten.

 

Zur Prävention rechnen wir auch den psychomotorischen Fördersport, in dem die Erst- und Zweitklässler ihre motorischen Fähigkeiten trainieren.

 

 

Für Kinder mit besonderen Begabungen erarbeiten unsere Lehrkräfte Enrichment-Programme. Das sind Unterrichtsangebote, die den Kindern ein Lernen im eigenen Tempo und Leistungsspektrum ermöglichen und sie zu neuen Lernmethoden sowie Denkweisen anregen. 


 

Die Rolle der Offenen Ganztagsschule

 Die Offene Ganztagsschule Süderlügum berücksichtigt den Wunsch der Eltern nach verlässlicher Betreuung verbunden mit außerschulischer Bildung und Förderung. Alle Angebote werden unter dem Dach der Schule organisatorisch zusammengefasst. Damit erhält die Schule eine andere pädagogische Qualität: Sie wird zu einem ganztägig geöffneten Haus des gemeinsamen Lernens und Zusammenlebens. Die Angebote sind attraktiv und vielseitig ­- Instrumentalunterricht, Theaterworkshop, Sport und Spiel, Kochen, Hand- und Holzarbeiten sowie freies Spielen sind für alle Schulkinder möglich. Seitens des Schulträgers und des Schulvereins gibt es eine Vereinbarung, dass aus pädagogischen oder sozialen Gründen eine kostenfreie Teilnahme möglich ist.

Ergänzend zum planmäßigen Unterricht und zur verlässlichen Unterrichtszeit bietet die Offene Ganztagsschule an fünf Unterrichtstagen Angebote vor und nach der
regulären Unterrichtszeit an. Die Teilnahme ist freiwillig und steht allen Schülerinnen und Schülern des Grundschule Süderlügum offen. Die Anmeldung für die Teilnahme am Angebot der Offenen Ganztagsschule ist für die Dauer einer Schulhalbjahres verbindlich.

Die Offene Ganztagsschule hat eine pädagogische Leitung, die die Organisation und Koordination aller Aufgaben und die pädagogische Aufsicht der Betreuungsangebote übernimmt. Sie ist ständige Ansprechpartnerin für das Lehrerkollegium und die Schulleitung. Zum Team der Offenen Ganztagsschule gehören zudem weitere pädagogische Betreuungskräfte und externe Fachleute als Kursleiter (MusikschullehrerInnen, ÜbungsleiterInnen im Sport u.a.). Auch SchülerInnen weiterführender Schulen, Eltern und ehrenamtliche MitarbeiterInnen können das Angebotsspektrum ergänzen.

Der verlängerte Zeitraum Schule ermöglicht spezielle Gruppenangebote, in denen ähnliche oder gemeinsame Erfahrungen in der Verschiedenheit deutlich werden. Zudem eröffnet sich die Möglichkeit, Aktivitäten anzubieten, die die Steuerung von Impulsen schulen (z.B. psychomotorische, sensomotorische, rhythmische oder trainierende Körperarbeit).

 

Die Offene Ganztagsschule bietet allen Kindern individuelle Möglichkeiten, dem allgemeinen Anspruch auf Leistung zu entsprechen. Aufgrund der ganzheitlichen Verzahnung haben alle Kinder die Chance im außerunterrichtlichen Bereich Fähigkeiten zu entdecken, zu entwickeln und zu festigen, die sich wiederum positiv auf das Arbeitsverhalten auswirken.